Fraunhofer-Forscher tricksen Autodiebe aus

Autoschlüssel mit asymmetrischen Algorithmen für eine sichere Funkfernbedienung

Darmstadt. Das ist mittlerweile selbst im Kleinwagen Standard: Ein Druck auf den Autoschlüssel, und schon öffnen oder schließen sich die Türen. Das Komfortextra hat nur einen Nachteil: Es ist nicht sicher. Jeder Autodieb, der sich in der Nähe des Wagens befindet und die entsprechenden Geräte hat, kann das Funksignal über eine Antenne belauschen und sich aus den gewonnenen Daten per Computer einen Zweitschlüssel erstellen. Der Grund für dieses Sicherheitsmanko: Die Algorithmen, welche die vom Schlüssel zum Auto gesendeten Informationen kodieren, sind nicht stark genug.

Weil der Code vor rund zwei Jahren geknackt wurde, setzen Autohersteller neue Algorithmen ein. Sie sollen die Funkschlüsselsysteme sicherer machen. Auch diese Algorithmen haben jedoch eine Schwachstelle: Sie sind symmetrisch – ihr Geheimnis ist sowohl im Schlüssel als auch im Auto hinterlegt. Das führt dazu, dass in zahlreichen Fahrzeugen derselben Produktionslinie das gleiche Geheimnis gespeichert ist. Die Folge: Ist ein Schlüssel geknackt, steht den Langfingern der Zugang zu zahlreichen Autos offen.

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Garching haben nun erstmals einen asymmetrischen Algorithmus für den Einsatz in Autoschlüsseln programmiert und in einen Prototypen integriert. „Bei dieser Art von Algorithmen befindet sich das Geheimnis im Autoschlüssel selbst, nicht jedoch im Auto“, sagt SIT-Forscher Johann Heyszl. „In jedem Autoschlüssel steckt ein anderes Geheimnis, was diese Verschlüsselung sehr viel sicherer macht als die symmetrische.“

Bisher, so Heyszl, habe jedoch die hohe Rechenintensität und der hierdurch verursachte hohe Energieaufwand die Nutzung asymmetrischer Algorithmen erschwert. „Wir haben jetzt einen kleinen, kryptografischen Chip gebaut, der besonders energiesparend ist. Zudem haben wir ein neues, effizientes Protokoll entwickelt, um so den Rechenaufwand sowie die Datenübertragungsmenge zu minimieren.“ Das Ergebnis: Die Batterie im Schlüssel hält ähnlich lange wie bei der symmetrischen Verschlüsselung, die Methode ist aber viel sicherer. Das Verschlüsselungssystem wird dabei nicht nur für die Funkbedienung der Zentralverriegelung genutzt, sondern auch für die elektronische Wegfahrsperre.
Einen funktionfähigen Prototypen haben haben Johann Heyszl und seine Kollegen bereits entwickelt. Den stellen die SIT-Forscher vom 2. bis 4. März auf der Messe „embedded world“ (Halle 11, Stand 11-101) vor.

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