Seats kleiner Renner: Ibiza Cupra

Seat Ibiza Cupra. Foto:Seat

Die kleine Rennssemmel aus Spanien

Der spanische Automobilhersteller Seat glänzte in der Vergangenheit nicht gerade durch sportliche, rasante Modelle. Ein besonders gutes Preis-Leistungsverhältnis war eher die vorherrschende Stärke der
Iberer. In diesem Frühjahr kommen sie aber mit einem kleinen Flitzer auf den Markt, der es mit manchem Großen aufnehmen kann. Der neue Seat „Ibiza Cupra“.

Auf den ersten Blick fällt er gar nicht so sehr auf, nur die trapezförmigen Lufteinlässe an der Front und Heckpartie und das in der Mitte angeordnete Auspuffendrohr und vielleicht noch die 17 Zoll – Leichtmetallfelgen deuten drauf hin, dass in dem Kleinen eine Menge Kraft stecken könnte.

Der Wagen soll auch in erster Linie die drei Eckpfeiler der Seat Markenbotschaft repräsentieren nämlich „Dynamik, Jugendlichkeit und begeisterndes Design“, wie der Seat Deutschland-Chef Manfred Kantner erklärt. Das es die „Cupra“- Varianten schon seit 16 Jahren im Seat – Programm gibt, ist von der automobilen Öffentlichkeit weitgehend übersehen worden. Die Bezeichnung Cupra ist übrigens ein Agronym aus Cup und Racing.

Der neue „Cupra“ wartet jedenfalls mit beindruckenden Werten auf. Aus dem kleinen 1,4 Liter Benzin-Motor holen ein Turbolader und ein Kompressor satte 180 PS und ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern heraus. Der riemengetriebene Kompressor springt bei niedrigen Drehzahlen an sorgt für ein turbulentes Anfahrverhalten bis ihn der Turbolader schaltet sich bei höheren Drehzahlen ab 3500 Umdrehungen ablöst. Das bringt den Wagen in unter sieben Sekunden auf Tempo 100 und sorgt für eine Spitzengeschwindigkeit von knapp unter 230 km/h. Das Drehmoment von 2000 bis 4500 Kurbelwellenumdrehungen pro Minute anliegt, kann man mit dem Cupra auch sanft und ruhig dahingleiten. ohne dass ihm bei einem Zwischenspurt die Puste ausgeht. Bei unseren Testfahrten im Rheingau kamen wir allerdings mit dem angegebenen Durchschnittsverbrauch von 5,9 Litern Treibstoff nicht hin.

Trotz des für heutige Verhältnisse geringen Gewichts von nur 1259 Kilogramm lagen wir bei recht zügiger Fahrweise im zweistelligen Verbrauchsbereich für den Direkteinspritzer. Tritt man etwas vehementer auf Gaspedal, erzeugt der Auspuff einen Sound, den man früher nur aus englischen oder italienischen Sportwagen vernahm. Sportliches Motorgeräusch hin und fulminanter Vortrieb her, zumindest auf der Autobahn wird der Cupra von den vorausfahrenden Wagenlenkern nicht ernst genommen. Dem spanischen Mini – Flitzer fehlt es an Überholprestige.

Leider gibt es den Wagen nur mit Automatik-Getriebe, das die Motorkraft über ein Siebengang- Doppelkupplungsgetriebe überträgt. Dabei arbeitet das DSG sauber , schnell und ruckfrei. Trotz der Schaltwippen am Lenkrad hätten wir aber mit einem normalen Getriebe bestimmt noch mehr Spaß mit dem Wagen gehabt.

Ein elektronisches Quer-Sperrdifferential namens XDS verbessert die Traktion, vermindert in schnell gefahrenen Kurven das Untersteuern und sorgt so dafür, dass die Motorleistung in jeder Fahrsituation sauber über die Vorderräder auf die Straße übertragen wird. Wie es sich für ein Sportauto gehört, ist das zwei Zentimeter tiefer gelegte Fahrwerk von einer gewissen sportiven Härte, was die gute Kurvenlage kräftig unterstützt aber auf unebenen Strecken natürlich den Fahrkomfort mindert. Die Lenkung mit dem unten abgeflachten Lenkrad ist leichtgängig und trotzdem präzise.

Lobenswert sind die Sitze, die, jedenfalls auf der Fahrerseite guten Seitenhalt gewährleisten und auch großen Fahrern eine recht gute Sitzposition ermöglichen. Die Sitzmöbel bieten einen sehr guten Seitenhalt, sind aber auch für Fahrten auf langen Distanzen durchaus komfortabel. Das gilt allerdings nicht für die Rückbank. Die Plätze dort sind nur für Kurzeinsätze geeignet. Das ist allerdings kein Grund zum mäkeln, es handelt sich schließlich beim Ibiza um einen Kleinwagen. Als Zielgruppe hat Seat ohnehin vor allem unter 30 jährige kinderlose Männer im Auge.

Ganz konkurrenzlos ist der Cupra nicht auf dem Markt der Kleinwagen Sportler. Aber mit den Rivalen etwa dem Mini Cooper S, dem Ford Fiesta ST oder dem Opel Corsa OPC kann der kleine Spanier durchaus mithalten. Das gilt auch für die Konkurrenz aus dem eigenen Hause, dem VW Konzern. Der Motor stammt nämlich aus dem Polo GTI.

Der ausschließlich als Dreitürer lieferbare Seat ist mit 23 590 Euro zwar 600 Euro teurer als der Sport- Polo, dafür hat er allerdings eine bessere Ausstattung zu bieten. Beispielsweise ist das Infotainment Systemmit einem fünf Zoll großen Bildschirm . Das System kann leicht herausgenommen werden und so auch außerhalb des Wagens genutzt werden. Beim Seat sind auch die Xenon Scheinwerfer schon im Preis mit drin.

Fazit: Wer ein kleines , sportliches Stadtauto sucht, mit dem man gelegentlich auch längere Reisen mit zwei Personen unternehmen kann , ist mit dem Seat bestens bedient.

Walter Hasselbring

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