Kritik am Blitzmarathon

Verkehr

 

Dr. Michael Haberland. Foto: Mobil in Deutschland ev.

Hierbei sind sich die Länderinnenminister einig: Wenn es darum geht, gemeinsam und bundesweit Flagge und Präsenz zu zeigen, dann spielen auch Parteigrenzen keine Rolle. Rund 15.000 Polizisten sind bei Deutschlands erstem Blitzmarathon von Donnerstag, 6 Uhr morgens bis Freitag, 6 Uhr mor- gens im Einsatz. Doch worin liegt der Sinn dieser ersten bundesweiten Aktion? Macht so eine Aktion die Straßen wirklich sicherer oder ist es vielmehr Show und Symbolik? 

Angestoßen wurde die Aktion von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), der ähnliches schon einige Male stolz in NRW umgesetzt hat: „Man wolle damit das Verhalten der Autofahrer ändern.“ Doch was heißt das? Sind die deutschen Autofahrer schlechte Autofahrer? Haben wir ein Volk voller Raser?

Keine Frage ist, dass jeder Autofahrer, der im Verkehr zu Schaden oder zu Tode kommt, ein Autofah- rer zu viel ist. Radarkontrollen sind wichtig und richtig. Vor allem dann, wenn Sie durchgeführt werden, um offensichtlich „schwächere“ Menschen zu schützen wie vor Kindergärten, Schulen, Kran- kenhäusern oder Altenheimen. Dabei geht es dann um Sicherheit – und nur um Sicherheit – der Ver- kehrsteilnehmer. Das ist vorbildlich und so sollten Radarkontrollen stattfinden.

Doch was passiert denn in Wirklichkeit? Mobil in Deutschland e.V., Deutschlands junger Automobil- club, beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema. Wir publizieren seit vielen Jahren un- seren BLITZATLAS – kürzlich erst wieder für München und Berlin – und kommen immer wieder zum selben Ergebnis: In erster Linie geht es beim Blitzen nicht um Sicherheit, sondern darum, die klammen Staatskassen zu befüllen.

Wir sind im unserem Blitzatlas immer der Frage nachgegangen: Wie wird denn geblitzt? Dort, wo Un- fälle passieren, oder eher dort, wo kaum Gefahren drohen? Um eine Antwort auf diese Frage zu fin- den, haben wir tausende Hörer- und Online-Meldungen über Blitzer mit den TOP 10 Unfallstraßen der
Polizei Berlin und Polizei München gegenübergestellt. Das Ergebnis war gleichsam erschreckend und beschämend. Eigentlich hätten wir ein 100%ige Überschneidung erwartet. Es gab aber nur wenig bis gar keine Überschneidung. Das heißt: Geblitzt wird vor allem dort, wo nichts passiert, und wo viel passiert, wird nicht geblitzt.

Quelle: Mobil in Deutschland ev

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