Der Maserati für den Juniorchef

Sportliche Luxuslimousine. 
Mit dem neuen Ghibli bringt Maserati eine Luxuslimousine auf den Markt, bei der nicht nur der Einstandspreis von über 54.000 Euro sportlich ist. Der kleine Bruder des Quattroporte soll vor allem die Konkurrenz aus München, Ingolstadt und Stuttgart mit ihren Modellen der oberen Mittelklasse im Geschäftswagen-Business etwas ärgern. Der Absatzplan sieht im deutschen Markt für 2014 ein Soll von 6.900 Einheiten vor. 

… macht immer eine gute Figur.

Im Vergleich zum größeren Quattroporte ist der Neuzugang bei Maserati deutlich kompakter. Und er hat einen Diesel unter der Haube. Sein Radstand ist mit 2,99 m 20 cm kürzer, die Gesamtlänge beträgt 4,97 m. Verzichten müssen die Kunden, angepeilt werden Freiberufler so genannter höherer Berufe oder auch Juniorchefs, in der italienischen Businesslimousine aber trotzdem nicht, denn der rassige Italiener bietet vorne wie hinten ordentlich Platz. Auch der Kofferraum fasst hinter einer knappen Klappe konkurrenzfähige 500 Liter. Die Rücksitze können im Verhältnis 60:40 umgelegt werden. Nimmt man Kollegen oder Geschäftspartner mit oder am Wochenende die Familie, ist das kein Problem: Die Rücksitzbank mit umklappbarer Armauflage mit zwei Getränkehaltern und Ablagefach bietet bis zu drei Personen Platz. Die Form der zwei seitlichen Sitze knüpft an die Gestaltung der Vordersitze an. Die Sitzbezüge aus Leder stammen von Poltrona Frau, gehören zum Serienumfang und prägen das Luxusambiente des Innenraums. In wie weit das Gestühl langstreckentauglich (für Vielfahrer) ist, werden wir bei einem Test untersuchen. 

Das ideale Fahrzeug für den Geschäftsmann. 

 Diesel mit Sound. Unter der Motorhaube der im Werk Grugliasco gefertigten Businesslimousine arbeitet ein 275 PS starker V6-Diesel. Der musste sein; denn im Firmenkndengeschäft läuft auch in der automobilen Oberklasse heute gar nichts mehr. Was den Sound der Benzinerbrüder betrifft, muss sich der Selbstzünder nicht verstecken. Möglich macht’s ein Kniff, sprich ein neues „Active Sound System“ mit zwei Soundgeneratoren in der Nähe der Abgasendrohre, die fahrstilorientiert die angenehmen Tonlagen des Motors betonen. Durch die Betätigung einer Sporttaste in der Mittelkonsole wird der Bass noch voluminöser und markanter. In urbanen Regionen aber bitte ausschalten, sonst gibt’s Ärger mit der Polizei.

Das Interieur ist ein Traum. Fotos: Manuel Debus

Und natürlich lässt der von einer Achtgang-Automatik stets im optimalen Drehzahlbereich gehaltene Selbstzünder dann auch seine Muskeln spielen. Zudem passt sich das normalerweise komfortabel abfedernde Fahrwerk auf Anhieb den sportlichen Ambitionen an und ermöglicht feinsten Kurvenspaß. Die Spitzengeschwindigkeit ist übrigens bei 250 km/h abgeregelt – bei einem allerdings rein theoretischen Normverbrauch von 6,3 Litern. Packen wir zwei bis drei Liter drauf, dürfte das der Realität näher kommen.

Mehr Stil, mehr Emotionen. Ebenfalls in der Mittelkonsole findet sich die „Maserati Touch Control“ (MTC), mit der Komfort- und Infotainment-Einstellungen getätigt werden, egal ob es sich um serienmäßige Ausstattungen wie Audioanlage, Klimaautomatik oder Reisecomputer handelt oder um Optionales wie die Sitzheizung oder das Highend-Soundsystem von Bowers & Wilkins. Nun hat der Ghibli sicherlich mehr Stil als die Konkurrenz, weckt mehr Emotionen und hat den sportlicheren Anspruch. Doch was dem Italiener für einen durchschlagenderen Erfolg bei Vielfahrern fehlen dürfte, ist ein Mehr an moderner Technik. Wo BMW und Co. online navigieren und in Echtzeit bei Sozialen Netzwerken angekoppelt sind, fällt das Angebot im Ghibli mit einem doch eher mäßigen Navigationssystem und einem mobilen WLAN-Hotspot ein bisschen dürftig aus.

Manches Sicherheitsfeature fehlt. Auch das Sicherheitspaket reicht über den Klassenstandard nicht hinaus: Neben dem weiterentwickelten „Maserati Stability Programm“ (MSP), zu dem Funktionen wie ABS, Berganfahrhilfe und Notbremsassistent gehören, besitzt der kleine Bruder des Quattroporte ein Airbag-System (Front, Seite vorn, Kopf und Fahrer-Knie) sowie Gurtkraftbegrenzer und -straffer. Serienmäßig ist er außerdem mit Bi-Xenon-Scheinwerfern und LED-Tagfahrlicht ausgestattet. Nach einer Abstandsregelung, der elektronischen Hilfe in Sachen Spurführung oder einer automatischen Notbremse fragt man bei den Italienern aber vergebens. Wer nur zum Genuss fährt, wird sich daran nicht stören. Aber wenn das Fahren zum Geschäft gehört, dürften viele solche Systeme nicht missen wollen.

Spezialversicherung: In Sachen Versicherung müssen sich Maserati-Besitzer an eine Besonderheit gewöhnen: Sie zahlen nicht, wie man es gewohnt ist, nach HP, VK und TK, sondern einen jährigen gleich bleibenden Betrag über € 1.380,00 an die Nationale Suisse. Diese Assekuranz bietet auch anderen Businesskunden spezielle Tarife.

Begehrlichkeiten bei Firmenkunden wecken

Gespräch mit dem neuen Leiter Flotten- und Sonderkunden, Bruno Hilgers

 Wie wollen Sie Ihr Flottengeschäft ausbauen?

Bruno Hilgers: Wir stehen mit Maserati in diesem Bereich erst am Anfang, um die Marke im Flottengeschäft erfolgreich zu etablieren. Es kommt uns derzeit sicher gelegen, dass zahlreiche Unternehmen ihre Markenstrategie verlassen haben und das Automobil wieder mehr als Motivation für Ihre Mitarbeiter sehen. Eine freie Dienstwagenwahl mit Referenzraten dient natürlich einer besseren Mitarbeiter-Motivation als vorgeschriebene „Cluster“. Über unser stetig wachsendes Händlernetz haben wir überdies eine sehr gute Abdeckung und erreichen somit jeden Interessenten. Eine viertürige, sportliche Limousine wie der brandneue Maserati Ghibli erfüllt mit seiner modernsten Technik alle Voraussetzungen, um in diesem Auswahlprozedere erfolgreich gelistet zu werden.

 Bieten Sie auch Full-Service-Leasing an? 

Neben unserem attraktiven Flottenvertrag bieten wir selbstverständlich auch alle Komponenten rund um die Fahrzeugfinanzierung und Bausteine im Bereich „Full Service“ an.

 Wen muss man sich als Maserati Firmenkunden vorstellen? Sind es mehr Konzernchefs, Manager, Freiberufler, oder wer sonst?

Wir sind nicht auf einzelne Nutzergruppen festgelegt, unsere Fahrzeuge – und speziell der Ghibli – erfüllen alle Kriterien, um in allen Geschäfts- und Lebensbereichen Begehrlichkeiten zu wecken.

 Nur wenige Unternehmen fahren mit einem „dicken“ Dienstwagen beim Kunden vor. Wie überzeugen Sie einen Firmenkunden, zu einem Fahrzeug aus ihrem Haus zu greifen? 

Das kommt auf die Definition „dicker Dienstwagen“ an! Wenn ein ordentlich bis gut motorisierter und ausgestatteter Audi A6/A7, 5er oder 6er BMW bzw. die E-Klasse von Mercedes Benz, die dieses Premium Business Segment beherrschen, nicht als „dick“ empfunden werden, bewegen wir uns mit dem neuen Maserati Ghibli sowohl vom Preis als auch von der Größe her exakt in diesem Bereich. Nur eben noch individueller und non-konformistisch.

 Welche Absatzzahlen peilen Sie an? 

Per Ende 2015 möchten wir weltweit ein Gesamtverkaufsvolumen von 50.000 Einheiten erreichen.

 Wie viele ihrer gesamten jährlichen Neuzulassungen werden im deutschsprachigen Raum gewerblich angemeldet?

Derzeit sind es ca. 50 Prozent gewerbliche Zulassungen, durch die Erweiterung unseres Produkt- und Modellportfolios wird es in naher Zukunft weitaus mehr gewerbliche Zulassungen geben.

 Was kann Maserati Gewerbekunden in Sachen Service und Wartung bieten? 
Wir werden unseren Kunden kompetente Servicepartner und marktübliche Bausteine anbieten, wie sie im Wettbewerbsumfeld üblich sind.

Technische Daten und Betriebskosten

Maserati Ghibli
Diesel
Ghibli SQ4 (Allrad)
)Motor
V6
V6
Hubraum cm³
2.987 
2.979
Leistung kW / PS bei min−1
202 / 275 bei 4.000
301 / 410 bei 5.500
Drehmoment Nm bei min−1
570 bei 2.000 – 2.600
550 bei 4.500 – 5.000
L x B (m. Spiegel) x H mm
4.971 x 2.100 x 1.461
4.159 x 1.829 x 1.556
Kofferrauminhalt l
Zuladung kg
500
375
500
375
Beschleunigung 0 – 100 s
6,3
4,8

V.max km/h
250
284
Verbr. NEFZ l/100 km
6,3 D
10,5 S
CO2 g/km
158
246
Netto-Preis € (Basis)
54.605
69.300
Betriebskosten Cent/km
Laufzeit 36 Mon. 40.000 km
60 Mon. 20.000 km
n.n.
n.n.
Versicherung HP TK VK
Genereller Beitrag € 1.380/Jahr
Genereller Beitrag € 1.380/Jahr

Der Ghilbli hat das wahrscheinlich leidenschaftlichste Design in der Businessklasse. Er bietet ein sehr elegantes Ambiente und kann beim Antrieb im Vergleich zum Wettbewerb gut mithalten. Und er bringt mit dem Dreizack im Kühlergrill natürlich jede Menge Status mit. Doch weil der Ghibli bei der Ausstattung Lücken hat und beim Preis wenig Zurückhaltung übt, wird er es nicht einfach haben, in größerem Umfang die Zielgruppe der Businesskunden zu überzeugen. Zumal keiner so recht weiß, wie die Restwertentwicklung sein wird und, auch nicht unwichtig, man in Deutschland mit einem solchen Wagen eher nicht beim Kunden vorfahren sollte. 

Text: Karin Weise
Fotos: Maserati/Debus
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